Elefanten – ein Tier mit Geschichte
Die Geschichte der Elefanten reicht über 60 Millionen Jahre zurück. Ihr frühester bekannter Vorfahre, das Moeritherium, war kaum größer als ein Tapir – ohne Rüssel, ohne Stoßzähne, ohne die majestätische Erscheinung, die wir heute kennen. Im Laufe der Jahrmillionen entwickelten sich Hunderte von Arten, die alle Kontinente besiedelten. Heute existieren noch zwei: der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) und der Asiatische Elefant (Elephas maximus). Asiatische Elefanten sind kleiner, haben eine gewölbte Stirn und – im Gegensatz zu ihren afrikanischen Verwandten – tragen nur die Männchen Stoßzähne. Sie gelten als besonders intelligent, lernfähig und sozial. In der Wildnis leben sie in komplexen, matriarchal geführten Familienverbänden, in denen Wissen über Generationen weitergegeben wird – von der Lage der Wasserquellen bis hin zu Überlebensstrategien in extremen Dürreperioden.
Elefanten in Thailand und Khao Lak – Götter, Krieger, Arbeitstiere
In Thailand – und besonders in der Region rund um Khao Lak – sind Elefanten weit mehr als nur Tiere. Sie sind Teil der nationalen Identität, tief verwurzelt in Religion, Kunst und Geschichte. Für Jahrhunderte galten sie als heilig – verehrt wie Verwandte adliger Familien, beschrieben in buddhistischen Texten als kraftvoll, geduldig und menschenfreundlich. Eine besonders faszinierende Rolle spielen dabei die Weißen Elefanten – von heiligen Tieren zur sprichwörtlichen Last.
Einst besaß ein thailändischer König des späten 17. Jahrhunderts 20.000 Kriegselefanten. Sie bildeten das Rückgrat ganzer Heere, vergleichbar mit der Kavallerie im europäischen Kontext. Später, im 20. Jahrhundert, arbeiteten über 100.000 Elefanten in der thailändischen Forstwirtschaft. Mahouts – die traditionellen Elefantenführer – pflegten ihre Tiere mit tiefem Sachverstand und genossen international höchstes Ansehen.
Eine bedrohte Art – alarmierende Zahlen
Heute ist das Bild ein anderes. Lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch über 100.000 Elefanten in Thailand, sind es heute lediglich 3.000 bis 4.000 – davon etwa die Hälfte in menschlicher Obhut. Weltweit schätzt man die Zahl der Asiatischen Elefanten auf nur noch 30.000 Individuen.
Die Gründe sind vielschichtig: massive Abholzung, der Ausbau von Plantagen für Kautschuk, Eukalyptus und Ölpalmen, und das Holzeinschlagsverbot von 1989, das den domestizierten Elefanten ihre jahrhundertealte Arbeit entzog. Die verbliebenen Waldgebiete sind kleine, isolierte „grüne Inseln“, zwischen denen kein genetischer Austausch mehr möglich ist. Inzucht und Erbkrankheiten bedrohen das Überleben der Art.
Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) stuft den Asiatischen Elefanten offiziell als gefährdet ein. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) verbietet den Handel mit Elefanten und Elefantenteilen. Wissenschaftler warnen: Ohne entschlossenes Handeln könnten Thailands Elefanten in 50 Jahren nur noch in Geschichtsbüchern existieren.
Elefanten im Tourismus – Chance oder Gefahr?
Da die Forstwirtschaft wegfiel, blieb für viele Mahouts und ihre Elefanten kaum eine Wahl: Einige zogen in die Städte, andere in die Touristenzentren. Bangkok beispielsweise beherbergt schätzungsweise 300 Elefanten, die mit ihren Mahouts durch den dichten Stadtverkehr ziehen – als ungewöhnliche Bettler in einer Millionenmetropole.
Der Tourismus kann eine Antwort sein – aber nur, wenn er richtig gestaltet wird. Einerseits können Einnahmen aus dem Ökotourismus den Schutz wilder Elefanten finanzieren und Mahouts ein würdiges Einkommen sichern. Andererseits birgt unkontrollierter Tourismus erhebliche Risiken: Wenn wirtschaftliche Interessen über das Wohlergehen der Tiere gestellt werden, entstehen Bedingungen, die für die Elefanten schädlich – oft sogar qualvoll – sind.
Das Problem mit der persönlichen Wahrnehmung
Jeder Reisende bringt seinen eigenen „Tierstandard“ mit. Was für den einen wie eine herzliche Begegnung wirkt – ein Elefant, der Fussball spielt oder auf Kommando malt – kann für das Tier in Wirklichkeit das Ergebnis einer langen, oft brutalen Dressur sein.
Elefanten sind von Natur aus keine zutraulichen Kuscheltiere. Sie sind, ob in freier Wildbahn oder in Gefangenschaft geboren, im Kern wilde Tiere. Ein Elefant, der willig Touristen auf dem Rücken trägt, Bälle balanciert oder Kunstwerke malt, hat dieses Verhalten nicht freiwillig erlernt. Hinter solchen Darbietungen stecken in der Regel das sogenannte „Phajaan“ – ein traditionelles Brechungsritual – sowie der Einsatz des Ankus, eines Metallhakens, der an empfindlichen Körperstellen wie hinter den Ohren oder an den Beinen eingesetzt wird.
Auch scheinbar harmlose Aktivitäten wie das Füttern von Elefantenbabys mit der Flasche können problematisch sein: Die wirtschaftlichen Anreize können dazu verleiten, Jungtiere zu früh von ihren Müttern zu trennen – oder gar aus der Wildnis zu entnehmen. Was für Besucher niedlich aussieht, kann für das Tier Leid bedeuten, was die Born Free Foundation in Zusammenarbeit mit ABTA als klare Warnsignale definiert.
Was hinter den Kulissen passiert
Die ABTA (Association of British Travel Agents) hat in Zusammenarbeit mit der Born Free Foundation umfassende Tierschutzleitlinien für Elefantenattraktionen entwickelt. Sie beschreiben klar, was in vielen Camps zur gängigen Praxis gehört – und was nicht toleriert werden sollte:
- Wilderei: Trotz gesetzlicher Verbote werden in Teilen Asiens weiterhin wilde Elefanten gefangen – oft junge Tiere, während Erwachsene beim Versuch sie zu verteidigen getötet werden.
- Ketten: Das Anketten von Elefanten ist in vielen Camps Standard. Übermäßiges Ketten führt zu Wunden an Beinen und Gelenken, und verursacht schweren psychischen Stress bei diesen hochintelligenten Tieren.
- Dressur durch Strafe: Traditionelle Trainingsmethoden basieren auf einem Gleichgewicht aus Angst und Belohnung. Wer nicht gehorcht, wird bestraft – physisch oder durch Entzug.
- Überarbeitung: Elefanten, die täglich stundenlang Touristen tragen, auf Asphalt laufen oder zu Vorstellungen gezwungen werden, leiden an körperlicher Erschöpfung, Rückenverletzungen und Fussproblemen.

Was ein ethisches Camp ausmacht – und warum wir nur zertifizierte Sanctuaries besuchen
Nicht alle Elefantencamps sind gleich. Es gibt Einrichtungen, die echten Tierschutz ernst nehmen – und solche, die nur so tun als ob. Der Unterschied ist für Laien oft schwer zu erkennen, denn oberflächlich sehen viele Camps ähnlich aus. Wir orientieren uns dabei an den ABTA Animal Welfare Guidelines – dem international anerkannten Standard für Tierschutz im Tourismus.
Wir arbeiten ausschließlich mit Elefantensanctuaries und Auffangstationen in und um Khao Lak zusammen, die nach international anerkannten Standards zertifiziert wurden. Diese orientieren sich an den „Five Freedoms“ – einem weltweit anerkannten Tierschutzrahmen – sowie den Welfare Quality® Kriterien. Ein ethisches Sanctuary zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Kein Reiten: Elefantenreiten – insbesondere mit schwerem Howdah-Sattel – belastet die Wirbelsäule der Tiere erheblich. Ethische Camps haben diese Praxis vollständig abgeschafft.
- Positives Konditionieren statt Bestrafung: Training erfolgt ausschließlich durch Belohnung und Freiwilligkeit. Ein Elefant, der nicht mitmachen möchte, muss das nicht tun.
- Freilauf und natürliches Verhalten: Die Tiere haben täglich ausreichend Raum zur freien Bewegung, Zugang zu natürlichen Wasserstellen zum Baden, und die Möglichkeit, ihr arttypisches Verhalten auszuleben.
- Soziale Gruppenstruktur: Elefanten leben idealerweise in gemischten Gruppen mit Tieren verschiedenen Alters – so wie in der Wildnis.
- Tierärztliche Betreuung: Zertifizierte Camps verfügen über regelmäßige Gesundheitschecks und tierärztliche Betreuung durch ausgebildete Fachkräfte.
- Mahout-Integration: Gute Sanctuaries beziehen die Mahouts und ihre Familien vollständig ein und sorgen dafür, dass ihr Lebensunterhalt gesichert ist – ohne dass neue Elefanten aus der Wildnis entnommen werden müssen.
Wir arbeiten ausschließlich mit Camps zusammen, die nach international anerkannten Standards zertifiziert wurden. → Alle unsere zertifizierten Elefantentouren in Khao Lak.

Woran man ein gutes Camp erkennt – Warnsignale und positive Zeichen
Als Reisender ist es nicht immer leicht, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Hier sind einige Hinweise, auf die Du achten solltest:
Warnsignale:
- Elefantenreiten wird angeboten
- Elefanten malen, Fußball spielen oder andere unnatürliche Tricks vorführen
- Tiere zeigen Anzeichen von Stress: Schaukeln, Kopfnicken, Apathie
- Sichtbare Wunden, Narben oder sehr dünne Körper (sichtbare Rippen)
- Einsatz von Ankus (Metallhaken)
Positive Zeichen:
- Zertifizierung durch anerkannte Tierschutzorganisationen
- Elefanten leben in sozialen Gruppen und haben freien Zugang zu Natur und Wasser
- Transparente Kommunikation über Haltungsbedingungen und Geschichte der Tiere
- Begrenzter, kontrollierter Besucherzugang
- Das Camp lehnt Elefantenreiten und Tricks aktiv ab und erklärt warum
Unser Versprechen – an euch und an die Elefanten
Für uns ist die Begegnung mit Elefanten eines der bewegendsten Erlebnisse, die Khao Lak und Thailand zu bieten haben. Aber wir nehmen diese Verantwortung ernst. Deshalb besuchen wir ausschließlich zertifizierte Elefantensanctuaries und Auffangstationen in Khao Lak, die nach anerkannten internationalen Tierschutzstandards zertifiziert wurden. → Hier unsere Elefantentouren entdecken.
Unser Auswahlprozess ist klar: Wir prüfen jedes Camp nach denselben Kriterien, die internationale Tierschutzorganisationen wie die ABTA und die Born Free Foundation entwickelt haben. Kein Reiten, keine Tricks, keine Ketten – stattdessen respektvoller Abstand, Beobachtung natürlichen Verhaltens und die Unterstützung von Einrichtungen, die echten Beitrag zum Erhalt dieser faszinierenden Tiere leisten.
Wir verstehen, dass jeder Reisende ein anderes Verhältnis zu Tieren mitbringt. Manche möchten so nah wie möglich heran, andere sind zufrieden mit dem Anblick aus respektvollem Abstand. Beides ist richtig – solange das Wohlergehen des Tieres an erster Stelle steht. Wir helfen euch dabei, diese Balance zu finden.
Was ihr als Reisende selbst tun könnt
Auch außerhalb unserer organisierten Touren könnt ihr einen Unterschied machen. Hier sind einige einfache Grundregeln:
- Verweigert Elefantenreiten konsequent – auch wenn es „nur kurz“ oder „ganz sanft“ wirkt.
- Kauft keine Elefantenprodukte – von Gemälden bis hin zu Souvenirs, die aus Elfenbein oder Tierhaut gefertigt sein könnten.
- Meldet verdächtige Praktiken – bei uns, bei lokalen Behörden oder bei Tierschutzorganisationen.
- Informiert euch vor dem Besuch – nicht jedes „Sanctuary“ verdient diesen Namen. Fragt nach Zertifizierungen und seid kritisch bei Angeboten, die sehr günstig und sehr zugänglich erscheinen.
- Teilt euer Wissen – sprecht mit anderen Reisenden. Bewusstsein ist der stärkste Schutz für diese Tiere.
Die Elefanten Thailands stehen an einem Scheideweg. Der Tourismus kann ihr Retter sein – oder ihr Untergang. Wir haben uns entschieden, Teil der Lösung zu sein – mit zertifizierten, ethischen Elefantencamps und Auffangstationen in Khao Lak. Und mit eurer Unterstützung können wir dazu beitragen, dass diese majestätischen Tiere auch künftigen Generationen erhalten bleiben.
Bereit für eine unvergessliche und ethisch vertretbare Begegnung mit Elefanten in Khao Lak?
Hier sind unsere zertifizierten Elefantentouren:
Empfohlene Elefantentouren
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Khao Sok: Elefantenbaden, Bambusfloss, Affentempel, Markt, Aussichtpunkt
Preisspanne: € 0.00 bis € 460.00 -
Elefanten hautnah: Ein Kurztrip zum Elefantenbaden & Füttern
€ 232.00
Quellen: Elefanten in Thailand (Ekkehard Schwadtke); ABTA Animal Welfare Guidelines – Elephants in Captive Environments (2013); ABTA/Born Free Foundation Best Practice Handbook.


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